Ich möchte meine Kinder besuchen: in Dresden. Ich möchte meinen Mann besuchen: in Bad Kissingen. Und ich möchte dorthin, wo ich mich am wohlsten fühle: nach Frankreich… ein ambitionierter Plan:-)

Elsass - Bad Kissingen - Dresden

29.9. bis 9.10.2022

Typisch für das Elsass: sehr gepflegte Fachwerkhäuser, im Sommer mit Blumen geschmückt.

29. September 2022 - am klaren Bächlein... in der Ruhe

Ich habe eine Woche Zeit – und es geht als erstes nach Frankreich! Na gut, ins Elsass… es gehört ja zu Frankreich, aber auf mich wirkt es schon sehr deutsch. Nicht zuletzt wegen der vielen deutschen Touristen. Aber ich mag das Elsass trotzdem, auch wenn ich schon sehr viele Orte und noch mehr Campingplätze kenne.

Diesmal habe ich mir einen kleinen, einfachen Campingplatz direkt an der Grenze ausgesucht: Au clair Ruisseau – am klaren Bach. 

Die Fahrt verläuft ohne Vorfälle. Na gut, fast. Denn ich beherrsche die Kunst des Verfahrens. Auf jeder Tour schaffe ich es mindestens einmal, falsch abzubiegen. Besonders reizen mich Autobahnkreuze, -dreiecke oder sonstige Verzweigungen. Oder Kreisverkehre… Gegen meinen ausgeprägten Sinn fürs Verfahren ist auch mein Navi machtlos – trotz des Fahrspurassistenten. Auch Wegweiser sind gegen mich machtlos: Auch, wenn sie eindeutig die richtige Richtung zeigen, biege ich falsch ab.

Diesmal waren es sechzehn Kilometer Umweg. Jo.

Der Campingplatz “Au Clair Ruisseau” liegt etwas außerhalb mitten im Grünen. Er wirkt sehr gepflegt und vor allem sehr ruhig. Ich bekomme einen Platz am Bach zugewiesen. Interessant ist die Schranke. Ich habe schon viel erlebt: Schranken, die sich mit einem Transponder öffnen ließen, Schranken, die das Kennzeichen erkannt haben. Campingplätze ohne Schranken oder Schranken, die nur die Einfahrt regelten…

Aber eine Schranke, die ich selbst mit der Hand hochheben muss – und anschließend wieder per Hand schließen muss, das war für mich neu. Aber es funktioniert! Und es passt zu diesem naturnahen Platz.

Der Campingplatz liegt nicht nur am "klaren Bach", sondern auch an einem Weiher. Im Sommer lädt er zum Baden ein.

30. September 2022 - Riquewihr und Ribeauvillé

In vielen Orten im Elsass zu finden: Souvenirläden. Mit Dingen, die die Menschheit braucht, oder auch nicht. Aber zu stolzen Preisen...

Heute geht es in die Weinregion. Also dorthin, wofür das Elsass eigentlich steht: gepflegte Orte, Fachwerkhäuser im alemannischen Stil, Winzer, die mit großen Lettern zur Weinprobe einladen, und natürlich jede Menge Touristen.

Mein Campingplatz liegt im Grand Ried – also in einer von kleinen Flüssen durchzogenen flachen Landschaft, die mit einer üppigen Artenvielfalt ausgestattet ist. Hier leben die Menschen von der Landwirtschaft, die Natur ist geprägt von Feldern, auf denen meist Mais oder Raps angebaut wird.

Es ist kaum zu vermuten, dass nur wenige Kilometer entfernt – an den Füßen der Vogesen – Weinreben den Lebensunterhalt der dort beheimateten Menschen bilden.  Heute führt mich mein Weg nach Riquewihr und Ribeauvillé

Beide Orte liegen an der elsässischen Weinstraße.

Das heißt: hier dominiert der Weinbau das Leben der Menschen. Auch heute sind in den Weinbergen die fleißigen Helfer zu sehen, die – mit einem Korb ausgestattet – die reifen Trauben pflücken. Ich habe großen Respekt vor dieser Arbeit.

Für mich ähneln sich beide Orte, auch wenn Riquewihr etwas weniger Einwohner hat. Aber durch beide Orte führt eine Hauptstraße, die die Touristen anzieht und auf der sich unzählige Souvenirläden, Bäckereien, Metzgereien  und natürlich Winzer präsentieren. Es ist hübsch anzuschauen, aber eigentlich nicht so mein Ding. Ich finde die Orte sehenswert, aber ich liebe es nicht, vermeintlichen Andenken nachzujagen und viel Geld dafür auszugeben. Ich begnüge mich damit, ein paar Impressionen einzufangen.

1. Oktober 2022 - putzen und Shopping

Das Leben ist schön. Außer am Montag. Schild bei einem der Dauercamper.

Es regnet. Es stürmt. Um es auf den Punkt zu bringen: So richtig schön ist das Wetter nicht. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als shoppen zu fahren. Straßburg selbst bietet in der Innenstadt natürlich viele Möglichleiten, aber ich habe keine Lust, mich in den Verkehr und das Getümmel zu stürzen. Ich bevorzuge eher die Einkaufscenter, die außerhalb liegen. Nördlich von Straßburg bietet sich Mundolsheim an mit dem Shop’in Mundo und der Shopping-Promenade Coer Alsace.

Bevor ich dorthin aufbrechen kann, muss ich mich aber noch irdischen Dingen widmen: meiner Chemietoilette. Beziehungsweise deren Inhalt. Der muss raus….

Achtung! Alle Nicht-Chemietoilettenbesitzer bitte nicht weiterlesen! Wirklich nicht! Die anderen: Na, ihr wisst schon. Irgendwohin muss das Zeugs ja. Und ich suche jetzt das Irgendwohin.

Die nette Dame an der Rezeption hatte mir erklärt, dass es eine Entsorgungsstelle neben dem Sanitärgebäude gäbe. An der von ihr beschriebenen Stelle finde ich aber nur ein Loch. Oder besser gesagt, eine Art Gulli mit einem Durchmesser von etwa dreißig Zentimetern. Verschlossen ist das Ganze mit einem Gitter.

Um den Inhalt meiner Kassette jetzt dorthin zu befördern, muss ich das Gitter mit einem eigens dafür bereitliegenden Haken abheben.
Naja. Ich habe es vollbracht. Aber etwas rustikal ist die Art der Entsorgung schon. Eigentlich wollte ich ein Foto machen. Das war mir dann aber doch zu blöd…

Sonnenuntergang am Campingplatz. Abschied. Morgen geht's nach Bad Kissingen.

2. Oktober 2022 - angekommen in Bad Kissingen

Vom Elsass ins unterfränkische Bad Kissingen. Zwar liegen zwischen beiden Regionen nur 350 Straßenkilometer, aber die Welten sind schon etwas verschieden: das Elsass, geprägt von Fachwerkbauten, Winzern und Tourismus; Bad Kissingen, ein fränkischer Kurort mit vielen Kurkliniken, einer gepflegten Innenstadt mit Cafés und Restaurants und flanierenden Kurgästen. Nicht zu vergessen: Die KissSalis-Therme.

Leider werde ich keine Zeit haben, die Therme zu besuchen.

Ich komme am Campingpark Bad Kissingen an, einem Knaus-Camping. Der Name steht für Qualität  – und entsprechende Preise. Die Rezeptionistin erklärt mir aber, dass ich mit meiner ACSI-Mitgliedschaft einen Rabatt bekommen könnte. Selten bin ich so freundlich und zuvorkommend empfangen und beraten worden. Allerdings hat auch ein Knaus-Campingplatz seinen Preis: Rund 28 Euro für einen Stellplatz und eine Person, trotz Ermäßigung. Nun ja. 

In der Bavaria-Klinik bekomme ich ein Schild umgehängt: “Besucher” und darf meinem Mann besuchen. 

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Die Sternchenfraktion würde angesichts dieser Beschriftung laut losschreien: "Alle sich dem *-Geschlecht zugehörenden Personen werden ausgegrenzt!" Ich nicht. Ich weiß, dass ich Frau bin:-)

3. Oktober 2022 - Bad Kissingen

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Die TissSalis-Therme in Bad Kissingen

Ich nutze heute die Gelegenheit, um am Vormittag kurz die Innenstadt von Bad Kissingen zu besuchen. Viel Zeit bleibt mir nicht – muss ich doch noch den obligatorischen Corona-Test absolvieren, um in der Reha-Klinik meines Mannes eingelassen zu werden…

Eine Stunde darf ich warten, bis ich den Corona-Test machen darf – trotz Termins! Nach anderthalb Stunden habe ich dann endlich mein Ergebnis. Könnte das nicht besser organisiert werden? Immerhin hatte ich online einen Termin gebucht.

Ich schlendere also durch die gepflegten Straßen von Bad Kissingen, laufe durch den Rosengarten, wo Wasserspiele die Passanten erfreuen, bis zum Kurgarten. Viele Kurgäste sind hier präsent – kein Wunder, sind in Bad Kissingen doch unzählige Kurklinken beheimatet. Nach Bad Füssing zählt Bad Kissingen zu den meistbesuchtesten Heilbädern Deutschlands.

4. Oktober 2022 - angekommen in Dresden

Angekommen auf dem Campingplatz in Mockritz, einem Vorort von Dresden. Ich bin hier zwei- bis dreimal im Jahr, wenn ich meine Kinder besuche. Der Platz liegt etwas außerhalb, hat aber eine gute Anbindung zum Zentrum. Und meine Söhne wohnen auch nicht weit weg von hier.

Ich werde die Sehenswürdigkeiten von Dresden wohl eher nicht besuchen. Weil ich sie schon kenne. Und weil ich wohl keine Zeit haben werde – ich möchte doch meine Kinder und Enkeltöchter sehen und Zeit mit ihnen verbringen. Ich freue mich auf morgen. Auf Lena und Mina.

5. Oktober 2022 - Dresden: nur Baustellen

Das Dresdner Schloss

Der Bus der Damen-Fußball-Nationalmannschaft

Ich habe noch etwas Zeit, bis ich Lena und Mina und ihre Mamas besuchen kann. Das Wetter kann nicht besser sein, also fahre ich in die Stadt.

Ich freue mich sehr darüber, wie die Altstadt nach der Wende wieder aufgebaut wurde – weiß ich doch nur zu gut, wie sie vorher ausgesehen hat: Verfallen, die Ruinen standen zum Teil noch jahrzehntelang. Ich erinnere mich, wie in der Schloss-Ruine Bäume auf den Trümmern wuchsen… gut, dass das vorbei ist.

Heute ist es nicht so doll mit dem Freuen… nein, sorry, ich drücke mich mal gewählt aus: Meine Freude begegnet mir heute etwas gedämpft. Die gesamte Altstadt zeigt sich mir als Baustelle: Am Schloss – eine Baustelle. Im Zwinger – eine Baustelle. Der Altmarkt – eine Baustelle.

Gut. Es muss gebaut werden. Schade nur, dass das jetzt passiert, wenn ich hier bin. Aber danach werden sich Dresdens Verantwortliche eher weniger richten. Ich schieße also ein paar Baustellen-Fotos und freue mich auf meine Enkelinnen…

Ich bin gerade auf dem Weg zurück zu meinem Auto, als ich am Schloss stehenbleiben muss, weil ein Bus vor dem Schloss-Hotel hält. Aus dem Bus steigen sportlich gekleidete junge Damen aus. Erst, als ich die Aufschrift auf dem Bus wahrnehme, begreife ich: Das sind hier die Spielerinnen unserer Fußball-Nationalmannschaft. Sie werden übermorgen hier in Dresden ein Spiel gegen Frankreich austragen. 

Ich starre wie gebannt auf die Sportlerinnen und vergesse, ein Foto zu machen. Bin ja schließlich kein Paparazzo. Na gut, dann muss es eben der Bus tun:-)

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